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Häusliche Gewalt

Die Frauenberatungsstelle Dortmund hat viel Beratungserfahrung zu häuslicher Gewalt. Die Gewalt, die Sie erfahren haben, ist kein Einzelfall. Viele Frauen sind davon betroffen. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu holen. Sie können mit uns über Ihre Gewalterfahrung sprechen. Wir unterstützen Sie in dieser Lebenssituation.

Was heißt häusliche Gewalt?

Von häuslicher Gewalt wird ausgegangen, wenn es zur Gewaltanwendung kommt in

  • ehelichen/ nichtehelichen Beziehungen
  • gleichgeschlechtlichen Beziehungen
  • in sonstigen nahen Beziehungen: Mutter/ Sohn, Seniorengemeinschaft etc.

Als häusliche Gewalt gilt auch, wenn die Beziehung sich in Auflösung befindet oder bereits aufgelöst ist. Die Straftat der häuslichen Gewalt bezieht sich nicht nur auf die gemeinsame Wohnung, sondern auch auf Geschäfts- oder öffentliche Räume.

Unsere Gewaltschutzberatung beinhaltet:

  • Krisenintervention
  • Sicherheitsabklärung
  • Informationsvermittlung zu rechtlichen Möglichkeiten & finanziellen Hilfen
  • Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit
  • Beratung im Entscheidungsprozess

Unsere Gewaltschutzberatung

Wir bieten professionelle, spezialisierte Beratung zu häuslicher Gewalt an.

Gewaltschutzgesetz

Das Gewaltschutzgesetz hat die Situation von Opfern häuslicher Gewalt erheblich verbessert. Das Polizeigesetz NRW sieht vor, dass Gewalttäter aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen werden können.

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Gewaltschutzgesetz

Das Gewaltschutzgesetz hat die Situation von Opfern häuslicher Gewalt erheblich verbessert. Das Polizeigesetz NRW sieht vor, dass Gewalttäter aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen werden können.

Was tun bei häuslicher Gewalt?

Die Polizei hat die Möglichkeit, den Täter für 10 Tage aus der Wohnung zu verweisen. Dieser muss die Schlüssel abgeben und die Wohnung verlassen. In dieser Zeit darf er nicht in die gemeinsame Wohnung zurückkehren. Die Einhaltung des Rückkehrverbots wird von der Polizei überprüft. Beachtet der Täter das Rückkehrverbot nicht, rufen Sie erneut die Polizei. Die Polizei macht ein Kurzprotokoll, das Sie erhalten. Diese wichtige Dokumetation des Polizeieinsatzes beschreibt die Gewalttätigkeit.

Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Sie, die Wohnung auch weiterhin allein zu nutzen?

Die Wohnungsverweisung und das Rückkehrverbot gelten in der Regel 10 Tage. Innerhalb dieser Zeit können Sie beim Amtsgericht einen Eilantrag auf Zuweisung der Wohnung und andere Schutzanordnungen stellen. Nehmen Sie die Dokumentation vom Polizeieinsatz, ein ärztliches Attest (falls vorhanden), Personalausweis, die aktuellen Kontaktdaten des Täters und den Mietvertrag/ Grundbucheintrag mit zum Gericht. Die Anträge können über Rechtsanwälte oder direkt bei der Rechtsantragsstelle des Amtsgerichts gestellt werden. Beratung und Unterstützung bei der Antragsstellung erhalten Sie in der Frauenberatungsstelle.

Mit der Antragstellung verlängert sich die Frist, in der der Täter die Wohnung nicht betreten darf, um maximal 10 Tage. Das Gericht muss in dieser Zeit eine Entscheidung treffen.

Wenn der Antrag genehmigt wird, können Sie vorerst mit Ihren Kindern in der Wohnung leben. Dem Ehemann wird der Zutritt zur Wohnung für diesen Zeitraum untersagt. Falls die Wohnung Eigentum des Mannes ist, wird die Dauer der alleinigen Wohnungsnutzung maximal auf 6 Monate begrenzt. Wenn die Wohnung für Sie und Ihre Kinder zu teuer ist, gewährt Ihnen das Sozialamt/ARGE Dortmund für die erste Zeit eine finanzielle Unterstützung.

Auch wenn kein Polizeieinsatz stattgefunden hat, können Sie einen Antrag auf Wohnungszuweisung stellen, allerdings dauert die Bearbeitung dann länger, da es kein Eilverfahren ist.

Weitere Schutzmöglichkeiten, die Sie beim Amtsgericht beantragen können

Das Gericht kann Ihrem Partner u.a. verbieten:

  • Kontakt zu Ihnen aufzunehmen, auch nicht über Telefon, Briefe, SMS, E-mails etc.
  • sich Ihnen oder Ihrer Wohnung bis auf einen bestimmten Umkreis zu nähern
  • Orte aufzusuchen, an denen Sie sich regelmäßig aufhalten müssen, z.B. Arbeitsplatz, Kindergarten
Wenn Sie sich trotz einer Wegweisung in Ihrer Wohnung nicht sicher fühlen

Auch nach einer Wegweisung des Täters können Sie sich an das Frauenhaus wenden, wenn Sie sich in Ihrer Wohnung nicht sicher fühlen. Sie können sich auch ohne einen polizeilichen Einsatz an das Frauenhaus wenden.

Notruf Frauenhaus Dortmund:
0231 / 80 00 81

Die Adresse wird aus Sicherheitsgründen geheim gehalten.

Ihre Sicherheitsplanung

Gefährliche Angriffe lassen sich in gewalttätigen Beziehungen nie völlig ausschließen.
Sie können aber selbst einiges tun, um die Sicherheit für sich und ihre Kinder zu erhöhen.

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Ihre Sicherheitsplanung

Gefährliche Angriffe lassen sich in gewalttätigen Beziehungen nie völlig ausschließen. Sie können aber selbst einiges tun, um die Sicherheit für sich und ihre Kinder zu erhöhen.

Nicht alle Vorschläge für eine Sicherheitsplanung passen auf jede Lebenslage. Spielen Sie mögliche Situationen in Ihrer Phantasie durch und finden Sie Lösungen für Ihre konkrete Situation (Was tue ich, wenn er...). Wenn Sie in einer Situation Angst spüren, verdrängen Sie diese nicht, sondern betrachten Sie sie als Warnsignal und erhöhen Sie Ihre Aufmerksamkeit. Rufen Sie die Polizei lieber einmal zu oft als einmal zu wenig. Es ist der Polizei lieber, Sie gesund vorzufinden als misshandelt und verletzt.

Je nachdem, ob Sie sich entscheiden, den Täter zu verlassen oder weiter mit ihm zusammen zu leben, können unterschiedliche Sicherheitsaspekte von Bedeutung sein.

Solange Sie mit dem Misshandler noch zusammenleben
  • Lassen Sie sich nicht von Ihrem Umfeld isolieren! Pflegen Sie Kontakte zur Nachbarschaft, zu Verwandten, Freundinnen, Eltern von Mitschüler/-innen Ihrer Kinder usw.
  • Beobachten Sie bewusst, in welchen Situationen Ihr Partner gewalttätig wird.
  • Verlassen Sie die Wohnung, wenn Sie befürchten, dass er gewalttätig werden könnte - lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig.
  • Finden Sie die sichersten Stellen in Ihrer Wohnung heraus: Welche Zimmer sind abschließbar? Von wo können Sie am besten fliehen? In welchen Räumen hat Ihr Handy Empfang? Meiden Sie die Küche als Fluchtraum!
  • Lernen Sie Telefonnummern (Polizei, Notruf, Frauenhaus, Nachbarn, FreundInnen) auswendig.
  • Wo ist die nächste Telefonzelle? Ist Ihr Handy betriebsbereit? Zögern Sie nicht, die Polizei anzurufen: 110. Der Polizeinotruf ist kostenlos.
  • Informieren Sie vertraute Menschen über Ihre Situation und entwickeln Sie einen Plan und ein sichtbares Zeichen für den Fall, dass Sie Hilfe brauchen. Verabreden Sie mit ihnen, was diese dann tun sollen.
  • Sagen Sie Ihren Kindern, dass es wichtig ist, sich in Sicherheit zu bringen, wenn irgendjemand gewalttätig ist.
  • Üben Sie mit Ihren Kindern, wie diese Hilfe holen können (Notruf 110). Sagen Sie Ihnen, dass Sie sich aus der Gewalt zwischen Ihnen und Ihrem Partner heraushalten sollen. Verabreden Sie ein Signal, wann sie Hilfe holen uind die Wohnung verlassen sollen.
  • Üben Sie mit ihnen, die Wohnung schnell und sicher zu verlassen.
  • Schließen Sie gefährliche Gegenstände (Messer, Werkzeuge, Waffen etc.) weg.
  • Tragen Sie keine Halstücher oder lange Halsketten, die Ihr Partner benutzen kann, um Sie zu würgen.
  • Erfinden Sie plausible Gründe, die Wohnung zu verschiedenen Zeitpunkten tags oder abends zu verlassen, um ihn daran zu gewöhnen, dass Sie nicht immer da sind.
  • Halten Sie regelmäßig Kontakt zu einer Beratungsstelle, einem Notruf oder einem Frauenhaus.
  • Tragen Sie immer Kleingeld oder eine Telefonkarte (bzw. Ihr Handy) bei sich, um Hilfe zu rufen. Überprüfen Sie, ob Ihr Handy überall in Ihrer Wohnung funktioniert.
Wenn Sie sich vorbereiten, Ihren Partner zu verlassen
  • Sammeln Sie alle Beweise körperlicher Misshandlungen, wie Fotos und Atteste und bewahren Sie sie an einem sicheren Ort auf (bei Freundin, Nachbarin, Anwältin/ Anwalt).
  • Finden Sie heraus, wo es Hilfe gibt; erzählen Sie anderen, was Ihr Partner macht. Sie brauchen sich für die erlittene Gewalt nicht zu schämen.
  • Wenn Sie verletzt sind, suchen Sie eine Ärztin/ Arzt auf (bundesweiter Notdienst 1 92 92) und berichten Sie genau, was geschehen ist. Lassen Sie Ihren Besuch und Ihre Verletzungen attestieren.
  • Planen Sie mit Ihren Kindern und finden Sie einen sicheren Platz für sie (z.B. ein abschließbares Zimmer oder besser bei einem Freund oder Nachbarn, wo sie Hilfe holen können). Versichern Sie Ihnen, dass es Ihre Aufgabe ist, sich selbst in Sicherheit zu bringen und nicht, Sie zu beschützen.
  • Führen Sie ein Tagebuch über alle Gewalttätigkeiten und notieren Sie die Daten, Vorfälle und Drohungen.
  • Nehmen Sie Kontakt zu dem nächstgelegenen Frauenhaus oder einer Beratungsstelle auf und lassen Sie sich über Ihre rechtlichen und sonstigen Möglichkeiten informieren, bevor eine Krise eintritt.
  • Heben Sie alle wichtigen Telefonnummern und Dokumente an einer Stelle auf, so dass Sie sie bei einer plötzlichen Flucht mitnehmen können, ohne lange zu suchen.
  • Bringen Sie einen Satz Kleidung für sich und Ihre Kinder zu einer vertrauten Person.
  • Versuchen Sie, Geld beiseite zu legen oder bitten Sie vertraute Personen, Geld für Sie zu verwahren.
  • Richten Sie sich ein eigenes Konto bei einer anderen Bank ein.
  • Überlegen Sie, wie Sie reagieren, wenn Ihr Partner von Ihren Trennungsplänen erfährt.
  • Sie können die Polizei bitten, Sie zu beschützen, wenn Sie Ihren gewalttätigen Partner verlassen wollen.
Nachdem Sie eine Gewaltbeziehung verlassen haben
  • Achten Sie darauf, nie mit dem Täter alleine zu sein.
  • Wenn Sie sich unterwegs vom Täter bedroht fühlen, sprechen Sie Passanten direkt mit der Bitte um Hilfe an. Etwa: "Sie, der Herr im grauen Mantel, ich werde bedroht, bitte rufen Sie die Polizei."
Wenn Sie in einer neuen Wohnung leben
  • Sichern Sie Ihre Wohnung gegen Einbruch - achten Sie auf Schutzvorrichtungen wie Gegensprechanlage, Sicherheitsschloss, Spion, Beleuchtung, Bewegungsmelder. Die Polizei berät Sie.
  • Machen Sie Ihre neuen Nachbarn auf Ihre Situation aufmerksam und bitten Sie sie, die Polizei zu rufen, wenn es gefährlich wird.
  • Seien Sie vorsichtig, wem Sie Ihre neue Adresse und Telefonnummer mitteilen; Sie können bei der Anmeldung Ihrer neuen Adresse beim Einwohnermeldeamt verlangen, dass Ihre Adresse nicht herausgegeben wird. Für die gemeinsamen Kinder müssen Sie die Geheimhaltung der Adresse ggf. gerichtlich beantragen.
  • Überlegen Sie sich, ein Postfach zu mieten oder die Adresse einer Person Ihres Vertrauens als Postanschrift zu nutzen.
  • Informieren Sie Kolleginnen und Kollegen an Ihrer Arbeitsstelle und lassen Sie Anrufe für Sie - wenn möglich - nur über die Zentrale gehen.
  • Wenn möglich, kommen Sie nicht jeden Tag zur gleichen Zeit zur Arbeit bzw. gehen nicht regelmäßig zur gleichen Zeit nach Hause. Richten Sie Ihr Kommen und Gehen so ein, dass immer viele Menschen anwesend sind.
  • Informieren Sie die Schule Ihrer Kinder; erwägen Sie, sie evtl. in eine andere Schule zu geben.
  • Sagen Sie den Personen, die Ihre Kinder betreuen, wer sie abholen darf und wer nicht.
  • Ändern Sie Ihre regelmäßigen Termine, von denen der Täter weiß.
  • Kaufen Sie nicht in den gewohnten Geschäften ein. Besuchen Sie andere soziale Treffpunkte und achten Sie darauf, nicht alleine zu sein.
  • Rufen Sie die Telefongesellschaft an und fordern Sie eine Anruf-Identifizierung. Verlangen Sie außerdem eine Sperrung der Angabe Ihrer Telefonnummer im Display des Anrufenden, so dass weder Gesprächspartner noch sonst jemand Ihre neue, unregistrierte Telefonnummer herausfinden kann.
  • Weisen Sie Ihre Vertragspartner (Strom, Wasser etc.) darauf hin, dass Ihre Adresse geheim bleiben muss!
Wenn Sie eine Wohnungszuweisung und Schutzanordnungen durchgesetzt haben und Sie in Ihrer alten Wohnung bleiben
  • Lesen Sie unter "Wenn Sie in einer neuen Wohnung leben" nach - vieles gilt auch für den Fall, dass der Täter gehen muss.
  • Wechseln Sie die Schlösser aus (evt. in Absprache mit Vermieter) und lassen Sie Ihre Telefonnummer ändern.
  • Wechseln Sie die Schlösser aus (evt. in Absprache mit Vermieter) und lassen Sie Ihre Telefonnummer ändern.
  • Informieren Sie Schulen, Freundinnen und Freunde, Nachbarschaft und Ihre Arbeitsstelle, dass Sie eine Wohnungszuweisung und Schutzanordnungen durchgesetzt haben.
  • Rufen Sie bei Verstößen sofort die Polizei.
  • Informieren Sie Ihre Kinder über die Wohnungszuweisung und die Schutzanordnungen und erklären Sie ihnen entsprechend ihrem Alter die Bedeutung.
Stalking

Stalking ist das wiederholte Belästigen, Verfolgen oder Terrorisieren einer Person, dem häufig häusliche Gewalt vorausgeht. Stalker belästigen ihre Opfer häufig Monate und Jahre durch massiven Psychoterror.

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Stalking - Hilfreiche Strategien

Stalking ist das wiederholte Belästigen, Verfolgen oder Terrorisieren einer Person, dem häufig häusliche Gewalt vorausgeht. Stalker belästigen ihre Opfer häufig Monate und Jahre durch massiven Psychoterror. Die psychischen, physischen und sozialen Folgen können sehr gravierend sein.

Wir unterstützen Frauen in dieser schwierigen Lebenssituation. Wir informieren Sie über Strategien für aktuelle Bedrohungssituationen und die rechtlichen Möglichkeiten einer Anzeige bzw. das Beantragen eines Näherungsverbotes.

Folgende Möglichkeiten haben sich im Umgang mit Stalking als hilfreich erwiesen:

Machen Sie das Stalking öffentlich.

Öffentlichkeit kann schützen. Informieren Sie Ihr privates und berufliches Umfeld, insbesondere Vertrauenspersonen.

Setzen Sie früh und deutlich Grenzen

Je früher Sie Grenzen setzen, umso größer sind die Chancen, den Stalker auf Distanz zu halten. Machen Sie dem Stalker eindeutig und unmissverständlich klar, dass Sie jetzt und in Zukunft keinerlei Kontakt zu ihm wollen und dass er derartiges Verhalten unterlassen soll. Teilen Sie ihm dies am besten unter Zeugen oder per Einschreiben mit. Dies sollte die erste und letzte persönliche Reaktion sein. Ignorieren Sie ihn dann völlig. Verfolgen Sie den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Inkonsequentes Verhalten könnte vom Stalker falsch interpretiert werden.

Sammeln Sie Beweise

Bewahren Sie alle möglichen Beweise über das Stalking auf.

  • Sammeln Sie SMS, Anrufbeantworter­nachrichten, E-Mails, Briefe, Geschenke mit Grußkarten etc.
  • Beantragen Sie bei Telefonterror eine Fangschaltung. Schaffen Sie sich einen Anrufbeantworter an, der eine Mithör- und Aufzeichnungsmöglichkeit hat. Lassen Sie sich gegebenenfalls einen zweiten Telefonanschluss mit einer Geheimnummer (kostenpflichtig) schalten. Behalten Sie Ihre alte Nummer solange bei, bis der Stalker merkt, dass er mit ihr nichts mehr anfangen kann.
  • Dokumentieren Sie das Stalking. Notieren Sie Datum , Uhrzeit und Aktionen. Dadurch kann der Stalking-Verlauf rekonstruiert werden.
  • Suchen Sie Augen- und / oder Ohrenzeugen, die Aktionen des Stalkers bestätigen.
  • Nehmen Sie keine Pakete oder Waren entgegen, die Sie nicht bestellt haben.

All dies kann bei rechtlichen Schritten als Beweis dienen.

Nutzen Sie Ihre rechtlichen Möglichkeiten

Stalking ist nach § 238 StGB eine strafbare Handlung. Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige. Suchen Sie sich eine spezialisierte Anwältin/ einen Anwalt. Beantragen Sie eine Einstweilige Verfügung beim Amtsgericht, Abteilung Zivilsachen.

Missachtet der Stalker die gerichtlichen Anordnungen, haben Sie ein rechtliches Mittel und die Polizei kann eingreifen.

Strategien für akute Bedrohungssituationen
  • Weggehen oder Weglaufen - Damit zeigen Sie dem Stalker, dass Sie keinen Kontakt wünschen.
  • Sich auf kein Gespräch einlassen - Sie haben das Recht, ein Gespräch abzulehnen, auch wenn der Stalker sagt, es gäbe Wichtiges zu besprechen.
  • Sich Hilfe holen
    Alarmieren sie Nachbarn und/ oder Passanten, damit Sie Hilfe bekommen und Zeugen haben.
  • Polizei verständigen - Wählen Sie die Notrufnummer 110.
  • Bei Verfolgung mit dem Auto: Auf belebten Straßen oder direkt zur Polizei fahren. Sie können sich hier gegebenenfalls Hilfe holen.

persönlicher Sicherheitsplan

Wenn Sie momentan in einer Gewaltbeziehung leben, ist es sinnvoll und nützlich einen persönlichen Sicherheitsplan anzulegen.

Durch diesen Plan können Sie für sich festlegen, was im Notfall zu beachten ist und welche Hilfsmöglichkeiten bestehen, damit Sie sich sicherer und geschützter fühlen. Zudem bietet der Plan eine Anleitung, wie Sie einer bedrohlichen Situation entkommen können und nach der Trennung von ihrer Partnerin/ ihrem Partner für die nötige Sicherheit sorgen.

Der Sicherheitsplan ist für Sie als pdf-Datei angelegt.

Sie können ihn ausdrucken und in aller Ruhe, ggf. mit einer Person Ihres Vertrauens oder im Rahmen eines persönlichen Beratungsgespräches in der Frauenberatungsstelle ausfüllen.

Broschüre zu Häuslicher Gewalt in Leichter Sprache

In der Broschüre finden Sie Informationen zum Thema Häusliche Gewalt in Leichter Sprache. Die Broschüre kann hier als PDF- Dokument heruntergeladen werden.  

Broschüre Leichte Sprache

Migrantinnen und Häusliche Gewalt

Ca. 40 % der gewaltbetroffenen Frauen, die bei uns Hilfe suchen, sind Migrantinnen. Die sprachliche Verständigung, Fragen zum Aufenthaltsstatus und zur spezifischen, evtl. sehr starken Isolierungssituation der Frau, schaffen einen besonderen Beratungsbedarf.

Häusliche Gewalt – Informationen

Wenn Sie zuhause geschlagen werden, können Sie die Polizei verständigen, Notruf 110.

Die Polizei hat nach dem Gewaltschutzgesetz die Möglichkeit, den Täter für 10 Tage aus der Wohnung zu verweisen. Dann muss der Mann die Schlüssel abgeben und die Wohnung verlassen. In dieser Zeit darf er nicht in die gemeinsame Wohnung zurückkehren.

Dies wird von der Polizei überprüft. Die Polizei macht ein Kurzprotokoll, das Sie erhalten. Dieses dokumentiert die Gewalttätigkeit und sollte gut aufbewahrt werden.

Falls Ihre Aufenthaltserlaubnis noch von Ihrem Partner abhängig ist, können Sie eine eigene Aufenthaltserlaubnis beantragen. Dieses wird Ihnen gewährt, wenn Sie länger als 3 Jahre mit ihrem Ehemann in Deutschland zusammen gelebt haben oder Mutter eines deutschen Kindes sind oder werden.

Ist die Frist von 3 Jahren noch nicht erfüllt, entscheidet die Ausländerbehörde im Einzelfall. Hierzu ist es gut, wenn Sie Nachweise über die Gewalt vorlegen können (z.B. einen Polizeibericht, eine Anzeige, ein ärztliches Attest). Scheuen Sie sich nicht vor einem Besuch in der Ausländerbehörde.

Unter diesen Umständen haben Sie, wie auch deutsche Frauen, einen Anspruch auf eine staatliche Versorgung.

Sie können bei Gericht einen Eilantrag stellen, damit Sie alleine in der Wohnung bleiben können. Sobald der Antrag bei Gericht eingeht, wird der Täter weitere 10 Tage aus der Wohnung weg gewiesen. Das Gericht muss in dieser Zeit eine Entscheidung treffen. Wenn der Antrag genehmigt wird, können Sie mit Ihren Kindern alleine in der Wohnung leben.

Dem Partner wird der Zutritt zur Wohnung für eine vom Gericht festgesetzte Dauer untersagt. Falls die Wohnung Eigentum des Mannes ist, wird die Dauer der alleinigen Wohnungsnutzung auf 6 Monate begrenzt.

Information, Beratung und Unterstützung erhalten Sie bei uns in der Frauenberatungsstelle Dortmund.

Unsere Broschüre wurde in mehrere Sprachen übersetzt und kann hier als PDF- Dokument heruntergeladen werden.

Wichtige Adressen

Frauenberatungsstelle
Märkische Str. 212 – 218
44141 Dortmund
Tel. 0231 / 52 10 08

Frauenhaus
Postfach 500 234
44202 Dortmund
Tel. 0231 / 80 00 81

Bürgerdienste International
Unterstützung für Migrantinnen
Olpe 1
44122 Dortmund
Tel. 0231 / 50 27 132

Polizeipräsidium Dortmund
Kommissariat Vorbeugung / Opferschutz
Markgrafenstraße 102
44139 Dortmund
Tel. 0231 / 132-74 64 und 0231 / 132-74 65

Rechtsantragsstelle des Amtsgerichtes  
Gerichtsplatz 1
44135 Dortmund
Tel. 0231 / 926-0

Sozialamt Dortmund
Frauen in Notlagen“
Entenpoth 34
44263 Dortmund
Tel. 0231 / 50 27406

Weißer Ring e.V.
Hilfen für Opfer von Straftaten
Bundesweite Hotline: 116 006 (7-22 Uhr, kostenfrei)

Hilefetelefon Gewalt gegen Frauen
Tel: 08000 116 016 (24 Stunden, kostenfrei)

So erreichen Sie uns:

Frauenberatungsstelle Dortmund
Märkische Str. 212 – 218
44141 Dortmund

Tel.: 0231 / 52 10 08

E-Mail: frauen@frauenberatungsstelle-dortmund.de