One Billion Rising Dortmund 2016

Der Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“ setzte auch in diesem Jahr wieder ein Zeichen und rief engagierte Dortmunder_innen zu One Billion Rising auf, um deutlich zu machen:
Frauen und Mädchen haben das Recht auf ein gewaltfreies Leben.
Die Vorfälle der sexuellen Belästigungen in der Silvesternacht haben für deutschlandweite Empörung gesorgt und haben erneute Diskussionen über die Verschärfung des Sexualstrafrechts entfacht. Die gesellschaftliche Verurteilung solcher Verbrechen ist begrüßenswert. (Sexuelle) Gewalt gegen Frauen ist aber kein Einzelphänomen der Silvesternacht gewesen oder auf spezifische Gesellschaftsgruppen zurückzuführen. Weltweit wird jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Das sind eine Milliarde Frauen weltweit, die Gewalt erfahren. Unabhängig von der Herkunft oder Religion des Täters muss verdeutlicht werden, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft keinen Platz hat! Es bedarf nicht nur einer kurzfristigen Empörung, sondern einer langfristigen Aufklärungsarbeit, um geschlechtsspezifische  Gewalt zu vermeiden.
Dafür ist es auch notwendig, dass die sexuelle Selbstbestimmung in Deutschland durch das Gesetz umfassend geschützt wird. Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennortrufe setzt sich seit einiger Zeit für eine Reform des Sexualstrafrechts im Sinne der Instanbul-Konvention ein, nach der alle nicht-einvernehmlich sexuellen Handlungen unter Strafe zu stellen sind.
Zur Onlinepetition geht es hier !

Wer einen Eindruck der Flashmobaktion bekommen möchte, kann sich hier den Tanz anschauen: One Billion Rising 2016

Wir danken allen Dortmunder_innen die uns am Sonntag unterstützt haben und freuen uns schon auf das nächstes Jahr.

Fachtagung „Cybergewalt gegen Frauen“

„Ich mache dich fertig. Denn ich weiß, wo du bist. Ich finde dich überall.“ Im Dortmunder Frauenhaus sind solche Drohungen über Handy und Internet alltäglich. Wenn Frauen hier Schutz suchen, wird das Smartphone zum Risiko. Denn darüber können die verlassenen Ehemänner ihre Opfer finden. Dadurch wird das Handy zum Risikofaktor. Frauenhäuser müssen sich immer mehr einfallen lassen, um misshandelte Frauen vor ihren gewalttätigen Männern zu schützen.

Wenn die Zufluchtsorte per Handy ausfindig gemacht werden, sind die Opfer nicht mehr sicher. In einem Fall musste eine Frau aus dem Dortmunder Frauenhaus wieder ausziehen und an einem anderen Standort anonym untergebracht werden. Soziale Netzwerke und das Internet stellen damit die Frauenhäuser im Ruhrgebiet vor neue Probleme.
Für viele Opfer von Gewalt ist es sehr wichtig, weiter Kontakt zu Freunden und Familie zu halten. Meist nutzen sie dafür soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook. Aber auch über diese Medien können verlassene Ehemänner weiter Druck auf sie ausüben. Dann beginnt ein Cybermobbing oder Cyberstaltking. Dabei werden die Accounts geknackt, Nachrichten mit beleidigenden Inhalten verschickt. Gewalttätige Männer drohen manchmal auch mit der Veröffentlichung kompromittierter Fotos im Netz. Eine Mitarbeiterin des Dortmunder Frauenhauses erzählt, dass auch Kinder bedroht würden. Der WDR berichtete in der Lokalzeit Dortmund am 16.02.2016 zu diesem Thema. Interessierte können sich gerne den Bericht hier anschauen.

Auf der Konferenz der Frauenhäuser NRW ging es am 16.02.2016 vor allem um Aufklärung über diese moderne Form der Gewalt und um konkrete Lösungsmöglichkeiten.

Entwicklungsförderung für Kinder im Frauenhaus

Wir freuen uns sehr, dass die Stiftung help and hope das Projekt „Entwicklungsförderung für Kinder im Frauenhaus“ über einen Zeitraum von 2 Jahren mit insgesamt 20 000€ unterstützt. Die großzügige Spende ermöglicht uns, Kindern im Frauenhaus eine individuelle und passgenaue Förderunganzubieten. Die Kinder können hier einzeln oder in kleinen Gruppen nach einem speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Konzept in den Bereichen schulische Förderung, Sprachförderung, Förderung der Konzentration und der Motorik unterstützt werden. Die Kinder profitieren sehr von diesem zusätzlichen Angebot. Im Frauenhaus werden jedes Jahr zwischen 80 und 100 Kindern aller Altersgruppen mit ihren Müttern aufgenommen.

Nein heißt Nein

Derzeit befasst sich die Bundesregierung mit einer Reformierung des Sexualstrafrechts. Durch die im Referentenentwurf geplanten Änderungen des § 177 und 179 StGB (Sexuelle Nötigung/Vergewaltigung und sexueller Missbrauch) werden allerdings nur einige der vielfach angeprangerten Schutzlücken geschlossen. Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist auch weiterhin nicht geschützt.

 

So ist es nach deutschem Recht bislang keine Straftat, wenn sexuelle Handlungen allein gegen den ausdrücklichen Willen einer Person begangen werden. Auch der von der Bunderegierung vorgelegte Gesetztesentwurf ändert nichts daran. Noch immer reicht eine klares Nein nicht aus! Weiterhin ist die zentrale Frage, ob die Betroffene sich körperlich zur Wehr gesetzt hat oder hätte wehren können.

 

Frauenhilfeeinrichtungen fordern daher eine umfassende Reformierung des Sexualstrafrechts – entsprechend der Instanbul-Konvention. Danach müssen die Staaten alle sexuellen Handlungen gegen den Willen der Betroffenen unter Strafe stellen.

 

Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe gründete nun gemeinsam mit anderen Frauenverbänden das Bündnis „Nein heißt Nein“, das sich mit einem offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten zu einer großen Koalition für ein „Nein heißt Nein“ auffordert.

 

Auch der Verein Frauen helfen Frauen e.V. Dortmund schließt sich den Forderungen des Bündnisses an und zeichnete den offenen Brief. Wir denken, dass es für die in Dortmund lebenden Frauen und Männer sehr wichtig ist, dass der Bundestag aus dem Gesetzesentwurf noch ein Gesetz mit der Aussage „Nein heißt Nein“ macht!

 

Nähere Informationen zu dem Bündnis, den Forderungen sowie den offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten finden Sie hier

Dortmunder Zahnärzte e.V. spendet 2.100 €

Unter dem Motto: „Gesund und fit durch den Sommer“ kann das Dortmunder Frauenhaus Kindern und Jugendlichen, die mit ihren Müttern in das Frauenhaus flüchten mussten, in diesem Sommer ein besonderes Projekt anbieten. Ermöglicht wurde dies durch die Unterstützung des Zahnärztevereins. Viele Kinder kommen mit gesundheitlichen Problemen in das Frauenhaus. Sie hatten häufig wenig Gelegenheit, draußen zu spielen und sich sportlich zu betätigen. Auch gesunde Ernährung kam häufig zu kurz, da die Mütter aufgrund ihrer eigenen Belastung keine Aufmerksamkeit und kein Geld für das Zubereiten gesunder Mahlzeiten hatten. Die Zeit im Frauenhaus bietet nun die Möglichkeit für alle, neue Weichen zu stellen.

Zu dem sechswöchigen Programm gehören bewegungsreiche Ausflüge und gemeinsame Frühstücks- und Kochaktionen.

Der Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“ bedankt sich herzlich für die nun schon wiederholte großzügige Unterstützung durch den Zahnärzteverein.